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der Held

Wir alle warten auf jemanden der uns rettet. Sei es ein Freund, die Liebe unseres Lebens, oder aber ein fremder Mensch, der einfach aus dem Nichts auftaucht und uns aus dem herausreißt, was wir selbst so verabscheuen. An uns und unserem Leben.

Die erschreckende Wahrheit ist, niemand wird kommen.
Nur in den seltensten Fällen rettet uns jemand aus dem Chaos was wir uns selbst eingebrockt haben oder entführt uns in eine fremdartige
Welt voller Wärme und der Zuversicht, alles meistern zu können.
Die meisten Menschen bekommen ihr leben auch so gemeistert und das nicht einmal schlecht. Ich würde behaupten das ich auch zu diesen Menschen gehöre. Ich habe eine eigene Wohnung mit einer
netten Mitbewohnerin, bezahle meine Miete regelmäßig und verdiene sogar soviel, dass ein Urlaub auch mal drin ist. Meine Freunde sind meist da für mich wenn ich sie brauche und eigentlich sollte ich mich nicht beschweren. Wiege ich diese Dinge allerdings ab und vergleiche es mit meinen Träumen, Wünschen und Hoffnungen, so ist es nicht das was ich wollte. Man kann es mit einer faden Suppe vergleichen oder jeder anderen geschmacklosen Mahlzeit die euch beliebt. Man kann es essen und man kann damit überleben, aber dem Geschmack fehlt diese Würze, die das Essen lecker machen würde.

Das eigentliche Problem ist, dass wir zwar meist wissen wir wir unser Leben so verändern können, dass es unseren Wünschen entspricht, aber die Umsetzung erfordert eine Menge Mut und Dinge die wir hinter uns lassen. Dinge die wir im Endeffekt vermissen werden und das für eine ziemlich lange Zeit. Wir wissen das wir uns eigentlich selber Schmerz zufügen müssen um etwas zu erreichen von dem wir Träumen. Und wer möchte dieses Wagnis schon alleine eingehen.

An dieser Stelle kommt der so genannte Held auf den Plan. Wir wünschen uns also jemanden der uns den Schmerz ertragen lässt und der uns einfach an der Hand nimmt und sagt: „Wir beide gegen die Welt!“. Jemanden dem wir glauben können, das wir gewinnen werden, wenn wir nur zusammen sind.
Und dann warten wir. Wir warten auf diesen Menschen, der uns trägt, der uns festhält und nie mehr los lässt. Und wir warten meist vergeblich. Eines morgens wacht man auf und stellt fest, dass niemand kommen wird der uns aus unserem Sumpf herausreißt.
Es gibt niemanden der mich befreien kann außer ich selbst, und das ist eine Tatsache die wie ein Amboss auf mich nieder fällt und mich fast erschlägt. Die Realität hat mich wieder und ich finde es scheiße. Das was ich noch bis dato mit rosaroter Brille auf dem Kopf als „nicht so schlimm, geht ja vorbei“ abgetan habe, wirkt jetzt wie die Decke eines Gefängnisses, die langsam aber sicher immer näher auf mich zukommt. Und in diesem Moment wird mit klar, dass meine Uhr tickt. Tick Tack
Tick Tack !!! Dann kommt die Panik. Ungefähr vergleichbar mit einem Schiff das im Nordatlantik untergeht und langsam mit eisig kalten Wasser voll läuft. Du stehst mitten drin und es steigt pausenlos und dir frieren langsam die unteren Extremitäten ab. Was tun? Und auch wenn dieser ganze Zustand seine Ursache in dieser Problematik hat, wünsche ich mir den Helden herbei der mir den Weg zu den Rettungsboten zeigt. Und danach vielleicht eine warme Decke über mir ausbreitet. Mir ist inzwischen klar, dass ich der Held sein muss, denn keiner wird mal so auf die schnelle kommen und die Bestie in mir besiegen und mich aus meiner eigens (vielleicht auch mutwillig) herbeigeführten Gefangenschaft befreien.

Aber auch wenn die Wahrheit so einleuchtend ist, einen letzten Rest Hoffnung hebe ich mir auf. Ich möchte einfach daran glauben, dass es einen Menschen gibt der mich retten wird. Vielleicht wird er
morgen kommen, vielleicht aber auch nie. Aber würde ich die Hoffnung aufgeben, würde ich die Welt aller Wunder berauben, die sie für mich bereithält. Denn der Wunsch und die Hoffnung auf einen Helden ist eng verbunden mit dem Glauben an Wunder. Und wer will schon in einer Welt
leben die ohne Wunder ist?
7.4.08 22:52


personal hope for the hopeless mind

und als er sich entschied, entschied er für die Welt.
und als er ging, hatte sich die Welt verändert.

Aber er hatte die Wahl!

Wo ist die Kraft nur hin und die Furchtlosigkeit?
Die hat er wohl mitgenommen...


Das Denken ist Universal - der Gedanke ist tröstlich
er macht uns gleich
er bedeutet das wir uns verstehen können
ohne Sprache
Er bedeutet das die Menschen sich irgendwann einmal
begreifen.
Das sie sich irgendwann einmal verändern

Aber bis dahin
bleibt die Welt
diese Welt






A Warm Place - Nine Inch Nails
16.4.08 23:17





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