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Honig - eine Kurzgeschichte


Die Berührung die ich nur flüchtig spürte, ließ mich erstarren. Er entschuldigte sich und warf mir ein flüchtiges Lächeln zu. Ich erwiderte es. Gab mich normal. Tat so als wäre nichts gewesen. Diese Berührung. So seltsam es auch erscheinen mag, für mich war diese flüchtige Berührung mehr. Ich versuchte mich zu kontrollieren, versuchte mich zu beruhigen, befahl dem Gedankenstrom in mir still zu stehen. Doch alles entzog sich meiner Kontrolle. Mein Kopf ließ die ganze Situation noch einmal geschehen. Alles in Zeitlupe alles so langsam. So das ich jede Sekunde vollkommen auskosten konnte. Das ich dieses Gefühl in mir noch einmal spürte. Länger jedoch als das erste Mal. Die Zeit stand still…zog sich in die Länge, wie Honig der süß und golden vom Löffel tropft. Seine Fäden zieht. Sirupartig. Dieses Gefühl verwandelte sich in einen Gewaltigen Strom aus goldgelben, süßen Honig der sich durch meinen ganzen Körper zog. Langsam…lustvoll…langsam. Bis in den letzten Teil von mir. Floss in meine Hände in meine Brust und meine Lungen und mein Herz. Und füllte mich bis in meine Füße aus, bis ich nur noch daraus zu bestehen schien. Aus diesem Gefühl, aus Honig.
Seltsam war es…wie kann man bei einer Berührung eines völlig fremden so empfinden? Ich blickte noch einmal zurück. Er war in der Menge von Menschen verschwunden, doch der Honig blieb. Hatte sich festgesetzt. Bis in die kleinste Faser meines Körpers. Erfüllte ihn mit Süße. Ich blickte auf in den Himmel und erkannte das erste Mal am heutigen Tag, dass die Sonne schien.

by sheeri
2.8.05 02:59


Der Joker


Beim stöbern im Internet bin ich auf einen Kommentar von einem Dietmar Gersdorf gestoßen. Ich ahlte diesen Kommentar für so wertvoll, dass ich ihn hier nun asuzugsweise veröffentliche...

Der Joker gewinnt viele Einsichten, und da dies Zeit, Besinnung und Konzentration erfordert, ist er mehr bei sich als bei den anderen, um derentwillen er doch im Selbstbewusstsein seine Zugehörigkeit zur Gesellschaft auch erkennen will und muss. Letzteres speist sich aus der Erkenntnis, dass der Weise ebenso wie der Liebhaber der Weisheit, kurz Philosoph genannt, weiß, dass sie, um sich vereinzeln zu können, die anderen benötigen. Die detaillierte Diskussion der sich daraus ergebenden, spannenden Dialektik von Vereinzelung und sozialer Zugehörigkeit von Jokern müssen wir aber leider, bis auf die folgende grobe Andeutung, an dieser Stelle aufgeben und auf eine andere Gelegenheit vertagen. War Einstein ein Joker? Seinem Glaubensbekenntnis, der Gaarderschen These und der Geschichte zufolge, muss diese Frage klar bejaht werden: "Ich bin zwar im täglichen Leben ein typischer Einspänner, aber das Bewusstsein, der unsichtbaren Gemeinschaft derjenigen anzugehören, die nach Wahrheit, Schönheit und Gerechtigkeit streben, hat das Gefühl der Vereinsamung nicht aufkommen lassen." (Einstein im Herbst 1932) Der Joker ist der Mensch, der sich aus der Masse heraushebt, aus der er kommt und zu der er gehört. Wie entkommt er aber dem Elitarismus? Durch die Selbsterkenntnis, dass er ein Joker, ein kluger, wahrheitsliebender und humanistisch aufklärender Mensch ist, der allerdings nicht schweigen kann und sich dadurch unbeliebt macht. Deswegen hat man ihn, so Jostein Gaarder, als Narren stigmatisiert und mit dem Symbol der Seuchenkranken ausgestattet, der Klingel, den Schellen. Nur durch diese Instrumentalisierung und Institutionalisierung der Vernunft sind alle Nichtjoker davor gefeit, dass die Erkenntnis wie ein Gewitter über sie hereinbricht.
Der Joker - der Nachdenker - muss sich durch lautes Gebimmel ankündigen, man weiß schon, was kommt, wenn er spricht oder schreibt. Die Figuren in Gaarders Phantasia würden vermutlich sofort zu Purpurlimonade oder Schwert greifen, um sich den Joker vom Halse zu halten.

Joker trinken nicht mehr, wenn sie einmal begriffen haben, dass ihnen der Suff den Zugang zur vollkommenen Klarheit verwehrt. Aber: sie müssen den Suff kennen, um ihn meiden zu können. Sie müssen das Experiment des Berauschens durchgeführt haben. Wenn Hans-Thomas Vater (aus Gaarders Kartengeheimnis) in seiner eitlen Meinung, nämlich ein Joker zu sein, gekränkt seine Verfallenheit an die Trauben aufgibt, dann wird er zum wahren Joker und bekommt, was er erstrebt: ANITA in ATINA.
8.8.05 20:32


Der Springende Punkt

(ohne bild und extra weil von polnischem laptop)

Was eigentlich ist der Springende Punkt? Warum springt er und warum ist er so wichtig?

Weil Aristoteles, der Griechische Philosoph und Wissenschaftler in seinem grossen Werk ueber die Tierwelt auch ueber werdendes Leben geschrieben hat. Und zwar im innern von Huehnereiern. Und Aristoteles schreibt, am Anfang, da sieht man da nur Eiweiss im innern und das Herz. Und genau dieses ist ein kleiner auf und ab huepfender roter Punkt in einer Suppe von noch unfertigem Kuecken.

Der springende Punkt ist also urspruenglich ein Huehnerherzchen. Und weil Nichts so richtig ohne Herz kann ( obwohl manche Menschen anderen Eindruck vermitteln, dass doch) ist es wichtig. Der springende Punkt. Klingt komisch, ist aber so.


es schrieb euch die Nine fuer zwischen durch (bildung fuer die mittagspause oder so)



gut nacht

schattenlied
26.8.05 22:07





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